Archiv - 08/2014

Die besten Sandwiches der Welt – Teil 1

08/2014

Sandwiches sind in aller Munde – die aufgeschnittenen und mit den verschiedensten Zutaten gefüllten Brote sind einfach lecker und praktisch an jeder Ecke schnell verfügbar (könnte es nicht sein, dass der Name Fast Food eigentlich doch vom Sandwich kommt?) Der Markt hat den Trend erkannt. Sandwichketten spriessen in den letzten Jahren auch in der Schweiz wie Pilze aus dem Boden.

Die weltweite Beliebtheit von Sandwiches war uns Anlass genug, Ihnen die 28 beliebtesten Variationen aus aller Welt in unserer neuen, kleinen Serie vorzustellen.

Der Klassiker unter den Sandwiches aus aller Welt ist natürlich der

1. Döner Kebab

Herkunftsland: Türkei

Was ist drin: Der Lieblingssnack unserer deutschen Nachbarn stammt von einem langen Spiess, der zunächst mit vielen Lagen Fleisch, die von Rind, Poulet, Lamm oder Kalb stammen können, bestückt wird. Schweinefleisch wird nicht verwendet. Ein gut bestückter Dönerspiess kann dabei schon einmal bis zu 100 kg wiegen und muss aufgrund seines hohen Gewichts von zwei Männern getragen und aufgestellt werden. Während der Spiess -senkrecht gelagert- sich dicht am Feuer dreht, werden mit einem speziellen Dönermesser mundgerechte Stücke von diesem abgeschnitten. Das zum Verzehr in mundgerechte Stücke geschnittene Fleisch kommt in ein zum Teil aufgeschnittenes, taschenförmiges Brot („Pita“) und wird mit einer Joghurt- oder Knoblauchsauce, manchmal auch mit Sesamsauce, weiterhin mit Zwiebeln, Gewürzgurkenscheiben, Salat und Tomaten garniert.

Fun Fact: „Döner“ bedeutet wörtlich übersetzt „Drehspiess“. Dabei wurde der Döner in seiner heute bekannten Form eigentlich gar nicht in der Türkei, sondern im Jahre 1971 in Berlin erfunden. Als Erfinder gilt der türkische Auswanderer und „Dönerkönig“ Mahmut Aygünin. Der erste Dönerladen in Europa befand sich am Berliner Bahnhof Zoo.

2. Vegemite Sandwich

Herkunftsland: Australien

Was ist drin: Erinnern Sie sich noch an das Video „Down Under“ der australischen Gruppe „Men At Work“? Warum nur lächelt der Sänger so, während er dem unwissenden Gast einen Bissen von seinem Vegemite Sandwich anbietet? Wer Vegemite schon mal probiert hat, weiss es: Vegemite ist eigentlich eine Art Hefeextrakt und Nebenprodukt (weniger nett gesagt „Abfallprodukt“) aus der Bierherstellung. Die Australier mögen es, und schmieren es sich mit einer gewissen Vorliebe aufs Brot, welches dann zusätzlich mit Käse belegt wird. Vielleicht ist Vegemite eine Erklärung dafür, wieso die Australier so gerne die Welt bereisen, um die kulinarischen Köstlichkeiten anderer Länder kennenzulernen.

Fun Fact: Der Vorteil von Vegemite ist, dass es zu den Lebensmitteln mit dem höchsten Gehalt an Vitamin aus der B-Gruppe gehört. Vitamin B ist gut für den Energiestoffwechsel und starke Nerven und wirkt gut gegen Stress. Womöglich wirken die Australier deshalb immer so cool. Weniger überraschend dagegen ist, dass in Australien 30 mal mehr Vegemite-Gläser verkauft werden als im Rest der Welt zusammen.

3. Cemita

Herkunftsland: Mexiko

Was ist drin: Brot nach Art eines Butter-Hefezopfes wird mit dünn geschnittenen Avocados sowie mit fritiertem und ebenso dünn geschnittenem Rindfleisch, Käse, Zwiebeln und Kräutern gefüllt und der so genannten Salsa roja gekrönt. Die Salsa roja ist ursprünglich eine Taco-Sauce, bestehend aus Tomaten, Zwiebeln, kleingehackten Chilischoten und der für den typischen Geschmack verantwortlichen Korianderwürze.

Fun Fact: Die Cemita kommt ursprünglich aus Puebla und bezeichnet dort sowohl das typische dafür verwendete Brot wie auch das fertige Sandwich.

4. Banh Mi

Herkunftsland: Vietnam

Was ist drin: Der aus der vietnamesischen Sprache stammende Begriff „Banh Mi“ bezeichnet erst einmal nichts anderes als Brot, speziell das aus der französischen Kolonialzeit bekannte lange Baguette, steht aber auch für das fertige, typische Sandwich des südostasiatischen Landes. Die Füllung eines Banh Mi ist im Grunde eine beliebige franko-vietnamesische Mischung aus allen möglichen typischen Zutaten der beiden Länder und kann daher stark variieren. Gurken, eingelegte Karotten mit Schweinefleisch vom Grill oder Schweinebauch, Schinken oder (auf vegetarische Art) mit gebratenem Tofu, gewürzt mit Mayonnaise, Knoblauch und Fischsauce sind aber fast immer drin.

Fun Fact: Der Sage nach stammt Banh Mi von dem vietnamesischen Smoothie-Hersteller Le Vo, der schon in den frühen 1920er Jahren in Vietnam die Vitaminbomben in Saftform anbot. Le Vo ist 1972 vor dem Vietnam-Krieg geflüchtet und musste sein ursprüngliches Geschäft einstellen. Danach ist er in die USA gegangen und hat im kalifornischen San José die Ba Le Bäckerei eröffnet, die als Geburtsstätte des Banh Mi ausserhalb von Vietnam gilt.

5. Arepa

Herkunftsland: Venezuela

Was ist drin: Der Begriff Arepa bezieht sich vornehmlich auf das umgebende, knusprige und dabei doch weiche Maisteig-Fladenbrot. Angefangen von Chorizo und Rindfleisch, gezogenem Schweinefleisch (dem so genannten Pulled Pork) über Käse und Avocados bis hin zu afrikanischen Kochbananen werden die Arepas mit so ziemlich allem gefüllt, was das kulinarische Füllhorn hergibt. Insoweit kann man ein Arepa durchaus als Taco 2.0 betrachten. Probieren Sie ein Arepa zum Frühstück, und dies dürfte eines der besten Frühstücke sein, die Sie jemals gehabt haben werden.

Fun Fact: In Venezuela sind Haushaltsgeräte zur Herstellung von Arepas ungefähr so alltäglich und populär wie Waffeleisen in Belgien. Noch wichtiger ist allerdings die Tatsache, dass viele Menschen, die jemals ein Arepa gegessen haben, dieses als das beste Frühstück der Welt bezeichnen.

6. Medianoche

Herkunftsland: Kuba

Was ist drin: Medianoche bedeutet wörtlich übersetzt „Mitternacht“. Dabei bezieht sich der Begriff auf den bevorzugten Konsumzeitpunkt des gleichnamigen Sandwiches. Die Medianoches wurden und werden in den Bars von Havanna traditionell um diese Zeit mit Vorliebe bestellt und verspeist. Interessanterweise sind die Medianoches auch ein leckerer Imbiss für zwischendurch und sehr beliebt bei all den Arbeitern, die in den Zucker- und Zigarrenfabriken des karibischen Inselstaates manchmal bis spät in die Nacht hinein arbeiten müssen. Eine Medianoche sieht ähnlich aus wie eine Frühlingsrolle, beinhaltet statt Soja aber eine gegrillte Käse-Schinken-Mischung, wobei der Käse in der Mixtur deutlich überwiegt. Dazu kommen eine Scheibe Schweinebraten, Schinken, Gurken und scharfer Senf. Am Schluss wird alles zusammen in einer waffeleisen-ähnlichen Brotpresse erwärmt.

Fun Fact: Aufgrund der relativen geografischen Nähe von Kuba zur amerikanischen Landzunge Florida wurde im April 2012 eine bestimmte Version der Medianoche als „Markenzeichen“ der Stadt Tampa gekürt.

7. Chacarero

Herkunftsland: Chile

Was ist drin: Chacareros sind in dünne Scheiben geschnittene, gegrillte Steaks im Churrasco-Stil, serviert auf einem runden Brötchen, garniert mit Tomaten, Paprika und grünen Bohnen.

Fun Fact: Aufgrund der Chacareros könnte man glatt vermuten, dass die Idee „Direkt vom Bauernhof“ und der derzeit wiederauflebende Trend, seine Produkte direkt vom Bauern zu beziehen, ursprünglich aus Chile stammt. Der spanische Begriff „chakra“ bedeutet Bauernhof und bezieht sich auf frisch vom Bauernhof bezogene Ware. Vielleicht ist die Wortähnlichkeit aber auch nur Zufall.

In diesem Sinne wünschen wir „En Guete!“ Lassen Sie uns bei Gelegenheit wissen, welches Ihr persönlicher Favorit ist:)!

Eine alkoholische Rundreise Teil 4 – Skandinavien und Afrika

08/2014

Mit dem vierten und letzten Teil und der Vorstellung von Drinks, Cocktails und Shots aus Skandinavien und Afrika beenden wir unsere Miniserie „Die besten Drinks aus 43 Ländern“ und wünschen schon beim Lesen viel Genuss:

SKANDINAVIEN

Dänemark: Gammel Dansk

Zutaten: Kräuterlikör mit starker Ähnlichkeit zum Fernet.

Warum Sie ihn haben müssen: Wenngleich man bei Dänemark wohl zuerst an den weltumreisenden Aquavit denkt, ist der Gammel Dansk („Alter Däne“) doch mehr als nur eine Randerwähnung wert. Er stellt nicht nur den entscheidenden alkoholischen Unterschied zwischen den nordischen Nachbarn Dänemark und Norwegen dar, sondern die Dänen trinken erstaunlicherweise auch schon gerne mal einen „alten Dänen“ direkt nach dem Frühstück.

Island: Brennivin

Zutaten: Destillat unter Beigabe von Echtem Kümmel, Kreuzkümmel und Engelwurz.

Warum Sie ihn haben müssen: Der isländische Brennivin („Brennwein“) wird fast ausschliesslich als „Kurzer“ getrunken und mit gut abgehangenem Haifischfleisch (!) gereicht. Das hat seinen guten Grund, denn der Brennivin macht seinem Namen alle Ehre: 80 Prozent!

Finnland: Koskenkorva Viina (Kossu)

Zutaten: Aus Getreide unter Beigabe von Quellwasser und einer Prise Zucker gewonnenes Destillat. Also eigentlich ein „Wodka“. Die Finnen nennen ihn „Viina“.

Warum Sie ihn haben müssen: Die Finnen mischen seit einiger Zeit ihren Kossu mit gemahlenen „Fisherman’s Friend“ Rachenbonbons und nennen den entstehenden Cocktails „Fisu“. Das ist finnischer Slang für „Fisch“.

Norwegen: Aquavit

Zutaten: Spirituose aus Getreide oder Kartoffeln, aromatisiert mit Echtem Kümmel.

Warum Sie ihn haben müssen: Wie die Schotten ihren „Whisky“ und die Franzosen ihr „Eau de vie“ nennen die Norweger ihren Aquavit, ihr Nationalgetränk, einfach „Wasser des Lebens.“ Aquavit wird in Norwegen gewöhnlich bei Raumtemperatur aus Schnapsgläsern getrunken, besonders zu Feiertagen wie dem Norwegischen Nationalfeiertag oder Weihnachten. Zu ihrem Aquavit reichen die Norweger Rippchen oder ihre „Pinnekjøtt“ genannten Fleischspiesse. Ausserdem muss ein Aquavit mindestens zweimal über den Äquator gefahren sein, um sich Aquavit nennen zu dürfen.

AFRIKA

Kenia: Urwaga

Zutaten: Bier, Bananen vom Typ der herberen Igikashi- oder der milder schmeckenden Igisahira-Sorte.

Warum Sie es haben müssen: Süffiges kenianisches Bier. Leckere, vitaminhaltige Bananen. Dabei gar nicht mal so exotisch: Auch die Bayern trinken gerne mal ein Bananenweizen.

 Äthiopien: Tej

Zutaten: Unmengen Honig, Wasser und Extrakte vom Gesho (dem so genannten Afrikanischen Faulbaum).

Warum Sie ihn haben müssen: Die Äthiopier brauen sich ihren Honigwein, ihren Met, für den Eigenbedarf und für Freunde traditionell selbst. Tej wird aus speziell dafür gemachten Glasrundkolben getrunken, welche aus dem Forschungslabor von Professor Bunsenbrenner stammen könnten.

Madagaskar: Toaka Gasy

Zutaten: Rum. Weitere Zutaten unbekannt.

Warum Sie ihn haben müssen: Wird in kleinen Dörfern nach Geheimrezept von Hand hergestellt und bei ritualisierten Prozeduren und Ritualen verwendet. Und Rituale funktionieren mit Rum nun mal besser. Oder mindestens ebenso gut.

Nigeria: Ogogoro

VORSICHT: Bei unsachgemässer Zubereitung von Ogogoro besteht Lebensgefahr! Wir raten daher dringend von der eigenen Herstellung ab.

Zutaten: Hochprozentig fermentierter Palmensaft.

Warum Sie es haben müssen: Im ganzen Land sehr weit verbreitet und beliebt. Wird häufig als Opfergabe bei religiösen Zeremonien verwendet.

Südafrika: Springbokkie

Zutaten: Pfefferminzlikör, Amarula-Wildfruchtsahnelikör.

Warum Sie es haben müssen: Weil die Kombination aus Pfefferminz und Sahnelikör einfach unschlagbar grossartig ist. Schmeckt wie eine verstärkte Fassung des Shamrock-Cocktails. Ist dabei nicht dasselbe in Grün, sondern grüner und mit mehr Umdrehungen.

 

Damit ist unsere kleine Serie „Die besten Drinks aus 43 Ländern“ beendet. Sie können trotzdem gerne noch mitmachen: Schreiben Sie uns, welche Cocktails, welche Drinks, welche Shots wir unbedingt noch erwähnen sollten.

Eine stets nette Souvenir-Idee ist es, sich einen seltenen Tropfen sofern möglich und lieferbar in die Heimat liefern zu lassen. Um diesen zu Hause dann artgerecht mit Freunden zu kredenzen, bietet sich z.B. der Erwerb unseres Getränkekühlers an. Sie finden ihn hier.

Wir wünschen viel Spass beim Geniessen!

Eine alkoholische Rundreise Teil 3 – Mittelmeer und Karibik

08/2014

Wir setzen unsere vierteilige Miniserie „Die besten Drinks aus 43 Ländern“ mit dem dritten Teil fort und stellen Ihnen heute Drinks aus der Mittelmeer-Region und der Karibik vor:

MITTELMEER-ANRAINER

Griechenland: Ouzo

Zutaten: Destillierte Traubenreste von griechischen Reben, aromatisiert mit Anis (sowie weiteren Kräutern).

Warum Sie ihn haben müssen: Griechen essen gerne üppige Portionen. Dabei darf das Essen auch kräftig gewürzt sein. Schon der antike Grieche wusste, dass ein gutes Getränk die Qualität und die Verdaulichkeit eines guten Essens wie gegrilltem Tintenfisch, Oliven, und gerösteten Kartoffeln deutlich anheben kann. Oft wird bei griechischen Freunden ein Ouzo nach jedem Gang serviert. Doch Ouzo spaltet die Gemüter: entweder man liebt den Ouzo mit seiner deutlichen Anisnote, oder man mag ihn überhaupt nicht. Dazwischen gibt es einfach nichts.

Türkei: Raki

Zutaten: Destillierte Traubenreste von türkischen Reben, aromatisiert mit Anis (sowie weiteren Kräutern).

Warum Sie ihn haben müssen: Raki ist das türkische Gegenstück zum griechischen Ouzo. Und die Türken können bei 60 Millionen Liter Verbrauch pro Jahr nicht irren. Die Türken trinken ihren Raki gerne mit Wasser verdünnt und nennen ihr Nationalgetränk deshalb Löwenmilch. Das kommt vom so genannten Louche-Effekt: die kristallklare Flüssigkeit wird undurchsichtig und färbt sich weiss, wenn Wasser oder Eis zugegeben wird.

Israel und Libanon: Arak

Zutaten: Doppelt fermentierter Traubensaft, auch Datteln und Pflaumen werden zur Zubereitung hin und wieder verwendet.

Warum Sie ihn haben müssen: Dieses grossartige, festliche Getränk wartet mit mindestens 40 Volumenprozent Alkohol auf. Und irgendwie sollte doch jeder Traubensaft mindestens 40 Volumenprozent Alkohol haben, finden Sie nicht auch?

KARIBIK

Jamaica: Rum

Zutaten: Fermentierte und hochprozentig destillierte Spirituose aus Zuckerrohr und ihren Beiprodukten wie Melasse.

Warum Sie ihn haben müssen: Rum ist das Gegenstück zum Zuckerschock bei übermässigem Genuss eines gewissen braunen Softdrinks. Ebendieser Softdrink sollte allerdings einem wirklich guten Rum fernbleiben (Blasphemie!). Sowohl pur als auch -mit frischer Minze zubereitet- als Mojito unschlagbar. Der soll als Begleit- und Inspirationsgetränk bestens geeignet sein, falls Sie Romane oder Ihr Tagebuch zu schreiben beabsichtigen. Meinte einst Ernest Hemingway. Er hatte wohl Recht.

Bermudas: Rum Swizzle

Zutaten: Dunkler kubanischer Rum, heller kubanischer Rum, Zitrone, Ananas, Orangensaft, Falernum (süsser Sirup ähnlich Orgeat).

Warum Sie ihn haben müssen: Die ersten Rum Swizzles wurden schon im 18. Jahrhundert verkauft, bekannt wurde der Rum Swizzles aber besonders durch das „The Swizzle Inn“, die Lieblingsbar des Schauspielers Michael Douglas, die 1932 ihren ersten Swizzle verkaufte. Der Rum Swizzle gilt seither als der Nationaldrink der Bermudas.

Kuba: Mojito

Zutaten: Heller kubanischer Rum, frische Minze, Limette, Sodawasser.

Warum Sie ihn haben müssen: Der alte Mann und das Meer. Inspiration. Ernest Hemingway (siehe oben).

Nächste Folge: Skandinavien und Afrika

Wir laden Sie, liebe Leser, ausdrücklich zum Mitmachen ein. Schreiben Sie uns, welche Cocktails, welche Drinks, welche Shots wir unbedingt noch erwähnen sollten.