133. Geburtstag von Ettore Bugatti – 80 Jahre Bugatti Type 57

09/2014

Heute am 15. September jährt sich der Ehrentag des genialen Erfinders und Automobilkonstrukteurs Ettore Bugatti zum 133. Mal. Dies allein ist zwar schon eine Erwähnung wert, doch paart sich heuer Ettores Geburtstag noch mit dem 80. “Geburtstag” des derzeit teuersten Automobils der Welt, der 1934 erschienenen Serie Bugatti Type 57.

1901, mit gerade einmal zwanzig Jahren, wird Bugatti technischer Konstruktionsleiter bei dem damaligen Automobilfabrikanten De Dietrich & Compagnie im elsässischen Niederbronn. Da der junge Ettore nach damaliger Lesart noch nicht volljährig war, unterzeichnet sein Vater den Anstellungsvertrag. Ab 1909 lebt Bugatti in Köln und arbeitet bei der Deutzer Gasmotoren-Fabrik. Nach Feierabend entwickelt er im Keller seines Hauses komplett von der ersten Schraube an sein erstes eigenes Fahrzeug, welches wenig später auf dem noch jungen Automobilmarkt erscheint und das noch heute verwendete ovale, rote Bugatti-Signet tragen sollte.

Originale Bugatti aus den 1930er Jahren erreichen bei Auktionen heute unglaubliche Preise. Ein im Jahre 2010 versteigerter 1936er Bugatti Type 57SC Atlantic stieg in dermassen schwindelerregende Höhen, dass das Auktionshaus Gooding & Company den genauen Betrag schon gar nicht mehr zu nennen wagte. Experten sprechen von einer Summe zwischen 30 und 40 Mio. US-Dollar, die der unbekannte Sammler auszugeben bereit war.

Dagegen nimmt sich der Anschaffungspreis eines aktuellen Bugatti Veyron 16.4 als Neuwagen mit rund 1,8 Mio. Franken geradezu günstig aus. Der in der Variante Bugatti Veyron 16.4 Super Sport mit einer Leistung von 1200 PS ziemlich starke und mit 431 km/h ziemlich schnelle Sechszehnzylinder-Supersportwagen war bereits bei seiner Vorstellung des Grundmodells im Jahre 2005 mit 407 km/h der schnellste Seriensportwagen der Welt.

Ettore Bugatti lebte ab 1915 für einige Zeit in Paris. Die französische Hauptstadt war schon damals eine der am dichtest bebauten und am meisten befahrenen europäischen Metropolen und die erste Stadt, die ab 1957 Parkscheiben als Mittel zur Parkraumbewirtschaftung eingesetzt hat.

Ettore Bugatti hat die Einführung der Parkscheibe zwar nicht mehr miterlebt, wäre als Konstrukteur aber bestimmt von der Idee einer Automatischen Parkscheibe begeistert gewesen. Und wenn es schon damals den RoboCleaner für den Haushalt gegeben hätte, hätte Ettore Bugatti noch mehr Zeit für seine genialen Motoren- und Fahrzeugkonstruktionen gehabt…

 

Fotos: www.supercars.net

 

 

 

Auf ein Neues – Hopp Schwiiz!

09/2014

Kaum sind die Fussball-WM 2014 und die Sommerferien in allen Kantonen vorbei, stehen schon wieder neue fussballerische Aufgaben an: ab heute geht es für unsere Nati um die Qualifikation zur EM 2016 in Frankreich.

Erstmals unter der Leitung von Vladimir Petković heisst der erste Gegner unserer Kicker in der Qualifikationsgruppe E: England. Länderspiele gegen die Insel haben eine lange Tradition: das erste fand bereits im Jahre 1909 statt und ging für die Eidgenossen passend zur Jahreszahl mit einem 0:9-Debakel zu Ende. Zum Glück war das Debütspiel aber nur eine Freundschaftsbegegnung. Allerdings bot England in diesem Spiel wie in den beiden Nachfolgepartien auch nur seine Amateure auf. Das erste Länderspiel gegen die englischen Profis fand im Jahre 1933 statt und ging bereits nur noch 1:4 verloren.

Den ersten Sieg gegen die Engländer, nunmehr durchgehend als Berufsfussballer auflaufend, konnten unsere Tschütteler dann schon fünf Jahre später einfahren. Nach Abpfiff stand es am 21.05.1938 am Hardturm in Zürich immerhin 2:1 für die Eidgenossen – leider war das wiederum nur ein Freundschaftsspiel.

Der Hardturm schien fortan ein gutes Pflaster für unsere Fussballer zu sein: Der nächste Sieg gegen die Jungs von der Insel kam schon 1947, Endstand 1:0.

Es folgte aus Schweizer Sicht eine gegen die Engländer sportlich weniger erfolgreich Zeit, über die wir lieber nicht viele Worte verlieren wollen. Nur soviel: die Wartezeit war lang, der nächste Sieg gegen England fand mit 2:1 erst in den Achtziger Jahren, genauer am 30.05.1981 statt. Aber: immerhin war das ein WM-Qualifikationsspiel!

Wenngleich es aus Schweizer Sicht gegen England also wenig positive Fussball-Erinnerungen gibt, sollte die jetzige Qualifikations-Gruppe E für die Nati doch zu packen sein: die weiteren Gegner unserer Gruppe heissen Slowenien (Hinrunde: 09.10. in Maribor), San Marino (14.10. in Serravalle), Litauen (15.11. in St. Gallen) und Estland (27.03.2015, Austragungsort in der Schweiz steht noch nicht fest). Gegen Litauen gab es zwar seitens der Schweiz noch nie eine Begegnung, die Litauer gelten aber auch nicht gerade als unbezwingbare Weltnation im Fussball.

Erhöht wurde die Anzahl der Teilnehmer für die Endrunde der Europameisterschaft, sie beträgt jetzt 24 statt wie bisher 16. Frankreich ist als Gastgeber zwar direkt für die Endrunde qualifiziert, spielt die Quali aber trotzdem mit. Allerdings werden in den Spielen mit französischer Beteiligung keine Punkte vergeben. Für den Austragungsmodus der EM 2016 bedeutet das, dass für die zu vergebenden 23 Plätze die beiden Gruppenbesten jeder Gruppe sowie der beste Gruppendritte aus allen neun Qualifikationsgruppen sich direkt für das Turnier qualifizieren. Die übrigen Gruppendritten spielen im Play-Off-Modus die restlichen Teilnehmer aus.

Damit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, bei soviel Regelwerk nun nicht schon auf dem Weg zum Kühlschrank die Puste ausgeht, haben wir bei crazystuff.ch vorgesorgt und empfehlen Ihnen partiebegleitend unseren Cooper Cooler Getränkekühler, um Ihr Lieblingsgetränk auch ohne Kühlschrank nicht nur auf die richtige Trinktemperatur zu bringen, sondern auch zuverlässig auf Temperatur zu halten.

Falls Sie sich lieber doch sportlich betätigen wollen, dann montieren Sie doch den Flaschenöffner für die Wand neben dem Kühlschrank. Dann müssen Sie zumindest aufstehen.

Swiss Hand

Hopp Schwiiz

 

 

Die besten Sandwiches der Welt – Teil 2

09/2014

Es geht weiter mit Teil 2 unserer vierteiligen Miniserie “28 Sandwiches aus aller Welt”. Heute sind Deutschland, Japan, England, die USA, China, Frankreich und Kanada dran:

8. (Bayrischer) Leberkäse

Herkunftsland: Deutschland

Was ist drin: Während Deutsche in der Regel ja dafür bekannt sind, Dinge präzise und akkurat zu bezeichnen, stellt sich bezüglich des Leberkäses heraus, dass unsere Lieblingsnachbarn auch ein wenig den Schelm im Nacken haben. “Leberkäse” bedeutet wörtlich genommen ja immerhin, dass ein irgendwie unter Hinzugabe von Leber entstandener Käse entstanden wäre. In Wirklichkeit enthält dieses Sandwich aber weder Käse noch Leber, ist dafür aber sehr köstlich. Im Ofen heiss gemacht und mit süssem Senf in einem Brötli oder auf dem Teller mit Weisskraut und Meerrettich serviert, ist es im Grunde ein länglicher Hackbraten nach Hausfrauenart, und sieht fast so aus wie der Kastenkuchen, den es vielleicht am Nachmittag zum Kaffeekränzchen gibt.

Fun Fact: Nach deutschem Lebensmittelrecht (ja, in Deutschland gibt es Gesetze für so ziemlich alles) dürfen als “Bayrischer Leberkäse” nur Produkte bezeichnet werden, die (zum Glück) keine [!] Leber enthalten. “Normaler”, also nicht “bayrischer” Leberkäse dagegen muss [!] ein Minimum von 4 Prozent Leber enthalten.

9. Katsu-Sando

Herkunftsland: Japan

Was ist drin: Paniertes Schweinefleisch auf Weissbrot mit Weisskraut. Ganz im Sinne der japanischen Tradition überzeugt auch das Katsu-Sando durch seinen Minimalismus.

Fun Fact: Es sieht aus wie ein Schnitzel. Aber es ist kein Schnitzel. Im Jahre 1899 in einem Tokioter Restaurant namens Rengatei erfunden, wurde das Katsu-Sando-Sandwich ursprünglich als eine Art “yoshoku” angesehen – als ein westliches Gericht mit lokalen japanischen Einflüssen.

10. Chip Butty

Herkunftsland: England

Was ist drin: Das Chip Butty klingt lustig und es macht mindestens genauso viel Spass, es zu essen wie es auszusprechen. Erinnern Sie sich daran, wie Sie als Kind einzelne Pommes Frites in Ihren Burger steckten, um neue “Spezialitäten” zu kreieren und sich bereits als Genie wähnten? Der Chip Butty im Grunde genau Ihre Kreation aus Jugendtagen, mit dem Unterschied, dass die Engländer das Fleischstück einfach weggelassen haben. Brot, Pommes Frites, Ketchup und jede Menge Kohlenhydrate also, für den Fall, dass Sie auf Diät sind. Was Sie nicht sein sollten, denn –mhhhhhh- …lecker!

Fun Fact: Das Wort “butty” hat nichts –wie man durchaus vermuten könnte- mit der Beschaffenheit des verlängerten Rückgrates zu tun, sondern ist vielmehr eine Zusammenziehung von “Brot und Butter”. Ursprünglich als Mahlzeit für die einfachen Arbeiter gedacht, fand das Chip Butty sogar seinen Platz in dem Fangesang “The Greasy Chip Butty Song” des englischen Fussballklubs Sheffield United, und fungierte als Power-Up im Videospiel Earthworm Jim II [!].

11. PB & J

Herkunftsland: USA

Was ist drin: Erdnussbutter und Marmelade auf Weissbrot. Der Name PB & J rührt her von den Anfangsbuchstaben der englischen Bezeichnungen für Erdnussbutter (Peanut Butter) und Marmelade (Jelly).

Fun Fact: Die Amerikaner essen das cremige Zeug mit Vorliebe. Was drin ist, wissen Sie nun. Was Sie aber bestimmt noch nicht wussten, ist, dass jedes amerikanische Kind durchschnittlich nicht weniger als 1.500 PB & J-Sandwiches während seiner Schulzeit verschlingt, während es der durchschnittliche Europäer nicht mal auf einen einzigen Teelöffel Erdnussbutter-Konsum pro Jahr bringt.

12. Donkey Burger

Herkunftsland: China

Was ist drin: Es ist das drin, was Sie bereits vermuten: Eselfleisch, angerichtet auf einem Brötli.

Fun Fact: Für europäische Ohren umso weniger attraktiv ist es zu hören, dass dieses Sandwich traditionell kalt serviert wird. Die Chinesen können damit aber nicht ganz verkehrt liegen, denn in vielen Regionen Chinas ist der Donkey Burger, auf dessen chinesischen Namen wir wegen der komplizierten Aussprache hier verzichten, ausgesprochen beliebt. In der Provinz Hebei, wo der Donkey Burger eine besondere lokale Spezialität darstellt, wurde ihm gar ein chinesisches Sprichwort gewidmet: “Im Himmel gibt es Drachenfleisch, auf Erden gibt es Eselfleisch.” Das Drachenfleisch haben wir noch nicht probiert.

13. Croque Monsieur

Herkunftsland: Frankreich

Was ist drin: In seiner typischen Standard-Ausstattung ist das Croque Monsieur genannte Sandwich bereits leicht amerikanisiert: er besteht im Wesentlichen aus einem gegrillten Käse-Schinken-Toast und trägt eidgenössische Züge. Der Käse ist nämlich entweder Emmentaler oder Gruyère. Das Witzige am Croque Monsieur ist, dass der Käse sich auf der Oberseite [!] des Toastbrotes befindet.

 

Fun Fact: Bereits kurz nachdem der Croque Monsieur als Imbiss für zwischendurch in Kaffeehäusern und Bars um 1910 herum entstand, fand er bereits Eingang in bekannte Literatur: seine früheste Erwähnung scheint auf das Jahr 1918 zurückzugehen. Damals erschien Band zwei der “Suche nach der verlorenen Zeit” des französischen Schriftstellers und Kritikers Marcel Proust.

14. Montréaler Rauchfleisch-Sandwich

Herkunftsland: Kanada

Was ist drin: Koschere Fleisch-Delikatesse, hergestellt durch Salzen und Pökeln von Rinderbrust in einer speziellen Gewürzlake. Das Fleisch bleibt mindestens eine ganze Woche in der Lake eingelegt, um alle Nuancen der verschiedenen Geschmacksstoffe aufnehmen zu können. Danach wird das Fleisch in einem Niedertemperatur-Smoker verzehrfertig gemacht und auf Roggenbrot, gekrönt mit hochwertigem Senf, gereicht.

Fun Fact: Rauchfleisch-Sandwich nach Montréaler Art wird stets von Hand in Scheiben geschnitten. Dabei fallen jede Menge kleinere Stücke an, die nicht mehr für das eigentliche Sandwich verwendet werden können. Deshalb werden die kleinen Stücke in einer so genannten Rauchfleisch-Poutine, einer weiteren Montréaler Spezialität, zusammen mit Pommes frites, Käse und darübergegossener Bratensauce weiterverwendet. Aber das ist noch nicht alles: Der Kanadier kann beim Montréaler Rauchfleisch sogar in fünf Standardstufen auswählen, wie viel Fettanteil er oder sie im Fleisch haben möchte, von mager über traditionell, bis hin zur Sorte “Speck”, die in der Zusammensetzung ungefähr dem entspricht, was wir unter “Speck” verstehen.

Die besten Sandwiches der Welt – Teil 1

08/2014

Sandwiches sind in aller Munde – die aufgeschnittenen und mit den verschiedensten Zutaten gefüllten Brote sind einfach lecker und praktisch an jeder Ecke schnell verfügbar (könnte es nicht sein, dass der Name Fast Food eigentlich doch vom Sandwich kommt?) Der Markt hat den Trend erkannt. Sandwichketten spriessen in den letzten Jahren auch in der Schweiz wie Pilze aus dem Boden.

Die weltweite Beliebtheit von Sandwiches war uns Anlass genug, Ihnen die 28 beliebtesten Variationen aus aller Welt in unserer neuen, kleinen Serie vorzustellen.

Der Klassiker unter den Sandwiches aus aller Welt ist natürlich der

1. Döner Kebab

Herkunftsland: Türkei

Was ist drin: Der Lieblingssnack unserer deutschen Nachbarn stammt von einem langen Spiess, der zunächst mit vielen Lagen Fleisch, die von Rind, Poulet, Lamm oder Kalb stammen können, bestückt wird. Schweinefleisch wird nicht verwendet. Ein gut bestückter Dönerspiess kann dabei schon einmal bis zu 100 kg wiegen und muss aufgrund seines hohen Gewichts von zwei Männern getragen und aufgestellt werden. Während der Spiess -senkrecht gelagert- sich dicht am Feuer dreht, werden mit einem speziellen Dönermesser mundgerechte Stücke von diesem abgeschnitten. Das zum Verzehr in mundgerechte Stücke geschnittene Fleisch kommt in ein zum Teil aufgeschnittenes, taschenförmiges Brot (“Pita”) und wird mit einer Joghurt- oder Knoblauchsauce, manchmal auch mit Sesamsauce, weiterhin mit Zwiebeln, Gewürzgurkenscheiben, Salat und Tomaten garniert.

Fun Fact: “Döner” bedeutet wörtlich übersetzt “Drehspiess”. Dabei wurde der Döner in seiner heute bekannten Form eigentlich gar nicht in der Türkei, sondern im Jahre 1971 in Berlin erfunden. Als Erfinder gilt der türkische Auswanderer und “Dönerkönig” Mahmut Aygünin. Der erste Dönerladen in Europa befand sich am Berliner Bahnhof Zoo.

2. Vegemite Sandwich

Herkunftsland: Australien

Was ist drin: Erinnern Sie sich noch an das Video “Down Under” der australischen Gruppe “Men At Work”? Warum nur lächelt der Sänger so, während er dem unwissenden Gast einen Bissen von seinem Vegemite Sandwich anbietet? Wer Vegemite schon mal probiert hat, weiss es: Vegemite ist eigentlich eine Art Hefeextrakt und Nebenprodukt (weniger nett gesagt “Abfallprodukt”) aus der Bierherstellung. Die Australier mögen es, und schmieren es sich mit einer gewissen Vorliebe aufs Brot, welches dann zusätzlich mit Käse belegt wird. Vielleicht ist Vegemite eine Erklärung dafür, wieso die Australier so gerne die Welt bereisen, um die kulinarischen Köstlichkeiten anderer Länder kennenzulernen.

Fun Fact: Der Vorteil von Vegemite ist, dass es zu den Lebensmitteln mit dem höchsten Gehalt an Vitamin aus der B-Gruppe gehört. Vitamin B ist gut für den Energiestoffwechsel und starke Nerven und wirkt gut gegen Stress. Womöglich wirken die Australier deshalb immer so cool. Weniger überraschend dagegen ist, dass in Australien 30 mal mehr Vegemite-Gläser verkauft werden als im Rest der Welt zusammen.

3. Cemita

Herkunftsland: Mexiko

Was ist drin: Brot nach Art eines Butter-Hefezopfes wird mit dünn geschnittenen Avocados sowie mit fritiertem und ebenso dünn geschnittenem Rindfleisch, Käse, Zwiebeln und Kräutern gefüllt und der so genannten Salsa roja gekrönt. Die Salsa roja ist ursprünglich eine Taco-Sauce, bestehend aus Tomaten, Zwiebeln, kleingehackten Chilischoten und der für den typischen Geschmack verantwortlichen Korianderwürze.

Fun Fact: Die Cemita kommt ursprünglich aus Puebla und bezeichnet dort sowohl das typische dafür verwendete Brot wie auch das fertige Sandwich.

4. Banh Mi

Herkunftsland: Vietnam

Was ist drin: Der aus der vietnamesischen Sprache stammende Begriff “Banh Mi” bezeichnet erst einmal nichts anderes als Brot, speziell das aus der französischen Kolonialzeit bekannte lange Baguette, steht aber auch für das fertige, typische Sandwich des südostasiatischen Landes. Die Füllung eines Banh Mi ist im Grunde eine beliebige franko-vietnamesische Mischung aus allen möglichen typischen Zutaten der beiden Länder und kann daher stark variieren. Gurken, eingelegte Karotten mit Schweinefleisch vom Grill oder Schweinebauch, Schinken oder (auf vegetarische Art) mit gebratenem Tofu, gewürzt mit Mayonnaise, Knoblauch und Fischsauce sind aber fast immer drin.

Fun Fact: Der Sage nach stammt Banh Mi von dem vietnamesischen Smoothie-Hersteller Le Vo, der schon in den frühen 1920er Jahren in Vietnam die Vitaminbomben in Saftform anbot. Le Vo ist 1972 vor dem Vietnam-Krieg geflüchtet und musste sein ursprüngliches Geschäft einstellen. Danach ist er in die USA gegangen und hat im kalifornischen San José die Ba Le Bäckerei eröffnet, die als Geburtsstätte des Banh Mi ausserhalb von Vietnam gilt.

5. Arepa

Herkunftsland: Venezuela

Was ist drin: Der Begriff Arepa bezieht sich vornehmlich auf das umgebende, knusprige und dabei doch weiche Maisteig-Fladenbrot. Angefangen von Chorizo und Rindfleisch, gezogenem Schweinefleisch (dem so genannten Pulled Pork) über Käse und Avocados bis hin zu afrikanischen Kochbananen werden die Arepas mit so ziemlich allem gefüllt, was das kulinarische Füllhorn hergibt. Insoweit kann man ein Arepa durchaus als Taco 2.0 betrachten. Probieren Sie ein Arepa zum Frühstück, und dies dürfte eines der besten Frühstücke sein, die Sie jemals gehabt haben werden.

Fun Fact: In Venezuela sind Haushaltsgeräte zur Herstellung von Arepas ungefähr so alltäglich und populär wie Waffeleisen in Belgien. Noch wichtiger ist allerdings die Tatsache, dass viele Menschen, die jemals ein Arepa gegessen haben, dieses als das beste Frühstück der Welt bezeichnen.

6. Medianoche

Herkunftsland: Kuba

Was ist drin: Medianoche bedeutet wörtlich übersetzt “Mitternacht”. Dabei bezieht sich der Begriff auf den bevorzugten Konsumzeitpunkt des gleichnamigen Sandwiches. Die Medianoches wurden und werden in den Bars von Havanna traditionell um diese Zeit mit Vorliebe bestellt und verspeist. Interessanterweise sind die Medianoches auch ein leckerer Imbiss für zwischendurch und sehr beliebt bei all den Arbeitern, die in den Zucker- und Zigarrenfabriken des karibischen Inselstaates manchmal bis spät in die Nacht hinein arbeiten müssen. Eine Medianoche sieht ähnlich aus wie eine Frühlingsrolle, beinhaltet statt Soja aber eine gegrillte Käse-Schinken-Mischung, wobei der Käse in der Mixtur deutlich überwiegt. Dazu kommen eine Scheibe Schweinebraten, Schinken, Gurken und scharfer Senf. Am Schluss wird alles zusammen in einer waffeleisen-ähnlichen Brotpresse erwärmt.

Fun Fact: Aufgrund der relativen geografischen Nähe von Kuba zur amerikanischen Landzunge Florida wurde im April 2012 eine bestimmte Version der Medianoche als “Markenzeichen” der Stadt Tampa gekürt.

7. Chacarero

Herkunftsland: Chile

Was ist drin: Chacareros sind in dünne Scheiben geschnittene, gegrillte Steaks im Churrasco-Stil, serviert auf einem runden Brötchen, garniert mit Tomaten, Paprika und grünen Bohnen.

Fun Fact: Aufgrund der Chacareros könnte man glatt vermuten, dass die Idee “Direkt vom Bauernhof” und der derzeit wiederauflebende Trend, seine Produkte direkt vom Bauern zu beziehen, ursprünglich aus Chile stammt. Der spanische Begriff “chakra” bedeutet Bauernhof und bezieht sich auf frisch vom Bauernhof bezogene Ware. Vielleicht ist die Wortähnlichkeit aber auch nur Zufall.

In diesem Sinne wünschen wir „En Guete!“ Lassen Sie uns bei Gelegenheit wissen, welches Ihr persönlicher Favorit ist:)!

Eine alkoholische Rundreise Teil 4 – Skandinavien und Afrika

08/2014

Mit dem vierten und letzten Teil und der Vorstellung von Drinks, Cocktails und Shots aus Skandinavien und Afrika beenden wir unsere Miniserie “Die besten Drinks aus 43 Ländern” und wünschen schon beim Lesen viel Genuss:

SKANDINAVIEN

Dänemark: Gammel Dansk

Zutaten: Kräuterlikör mit starker Ähnlichkeit zum Fernet.

Warum Sie ihn haben müssen: Wenngleich man bei Dänemark wohl zuerst an den weltumreisenden Aquavit denkt, ist der Gammel Dansk (“Alter Däne”) doch mehr als nur eine Randerwähnung wert. Er stellt nicht nur den entscheidenden alkoholischen Unterschied zwischen den nordischen Nachbarn Dänemark und Norwegen dar, sondern die Dänen trinken erstaunlicherweise auch schon gerne mal einen “alten Dänen” direkt nach dem Frühstück.

Island: Brennivin

Zutaten: Destillat unter Beigabe von Echtem Kümmel, Kreuzkümmel und Engelwurz.

Warum Sie ihn haben müssen: Der isländische Brennivin (“Brennwein”) wird fast ausschliesslich als “Kurzer” getrunken und mit gut abgehangenem Haifischfleisch (!) gereicht. Das hat seinen guten Grund, denn der Brennivin macht seinem Namen alle Ehre: 80 Prozent!

Finnland: Koskenkorva Viina (Kossu)

Zutaten: Aus Getreide unter Beigabe von Quellwasser und einer Prise Zucker gewonnenes Destillat. Also eigentlich ein “Wodka”. Die Finnen nennen ihn “Viina”.

Warum Sie ihn haben müssen: Die Finnen mischen seit einiger Zeit ihren Kossu mit gemahlenen “Fisherman’s Friend” Rachenbonbons und nennen den entstehenden Cocktails “Fisu”. Das ist finnischer Slang für “Fisch”.

Norwegen: Aquavit

Zutaten: Spirituose aus Getreide oder Kartoffeln, aromatisiert mit Echtem Kümmel.

Warum Sie ihn haben müssen: Wie die Schotten ihren “Whisky” und die Franzosen ihr “Eau de vie” nennen die Norweger ihren Aquavit, ihr Nationalgetränk, einfach “Wasser des Lebens.” Aquavit wird in Norwegen gewöhnlich bei Raumtemperatur aus Schnapsgläsern getrunken, besonders zu Feiertagen wie dem Norwegischen Nationalfeiertag oder Weihnachten. Zu ihrem Aquavit reichen die Norweger Rippchen oder ihre “Pinnekjøtt” genannten Fleischspiesse. Ausserdem muss ein Aquavit mindestens zweimal über den Äquator gefahren sein, um sich Aquavit nennen zu dürfen.

AFRIKA

Kenia: Urwaga

Zutaten: Bier, Bananen vom Typ der herberen Igikashi- oder der milder schmeckenden Igisahira-Sorte.

Warum Sie es haben müssen: Süffiges kenianisches Bier. Leckere, vitaminhaltige Bananen. Dabei gar nicht mal so exotisch: Auch die Bayern trinken gerne mal ein Bananenweizen.

 Äthiopien: Tej

Zutaten: Unmengen Honig, Wasser und Extrakte vom Gesho (dem so genannten Afrikanischen Faulbaum).

Warum Sie ihn haben müssen: Die Äthiopier brauen sich ihren Honigwein, ihren Met, für den Eigenbedarf und für Freunde traditionell selbst. Tej wird aus speziell dafür gemachten Glasrundkolben getrunken, welche aus dem Forschungslabor von Professor Bunsenbrenner stammen könnten.

Madagaskar: Toaka Gasy

Zutaten: Rum. Weitere Zutaten unbekannt.

Warum Sie ihn haben müssen: Wird in kleinen Dörfern nach Geheimrezept von Hand hergestellt und bei ritualisierten Prozeduren und Ritualen verwendet. Und Rituale funktionieren mit Rum nun mal besser. Oder mindestens ebenso gut.

Nigeria: Ogogoro

VORSICHT: Bei unsachgemässer Zubereitung von Ogogoro besteht Lebensgefahr! Wir raten daher dringend von der eigenen Herstellung ab.

Zutaten: Hochprozentig fermentierter Palmensaft.

Warum Sie es haben müssen: Im ganzen Land sehr weit verbreitet und beliebt. Wird häufig als Opfergabe bei religiösen Zeremonien verwendet.

Südafrika: Springbokkie

Zutaten: Pfefferminzlikör, Amarula-Wildfruchtsahnelikör.

Warum Sie es haben müssen: Weil die Kombination aus Pfefferminz und Sahnelikör einfach unschlagbar grossartig ist. Schmeckt wie eine verstärkte Fassung des Shamrock-Cocktails. Ist dabei nicht dasselbe in Grün, sondern grüner und mit mehr Umdrehungen.

 

Damit ist unsere kleine Serie “Die besten Drinks aus 43 Ländern” beendet. Sie können trotzdem gerne noch mitmachen: Schreiben Sie uns, welche Cocktails, welche Drinks, welche Shots wir unbedingt noch erwähnen sollten.

Eine stets nette Souvenir-Idee ist es, sich einen seltenen Tropfen sofern möglich und lieferbar in die Heimat liefern zu lassen. Um diesen zu Hause dann artgerecht mit Freunden zu kredenzen, bietet sich z.B. der Erwerb unseres Getränkekühlers an. Sie finden ihn hier.

Wir wünschen viel Spass beim Geniessen!

Eine alkoholische Rundreise Teil 3 – Mittelmeer und Karibik

08/2014

Wir setzen unsere vierteilige Miniserie “Die besten Drinks aus 43 Ländern” mit dem dritten Teil fort und stellen Ihnen heute Drinks aus der Mittelmeer-Region und der Karibik vor:

MITTELMEER-ANRAINER

Griechenland: Ouzo

Zutaten: Destillierte Traubenreste von griechischen Reben, aromatisiert mit Anis (sowie weiteren Kräutern).

Warum Sie ihn haben müssen: Griechen essen gerne üppige Portionen. Dabei darf das Essen auch kräftig gewürzt sein. Schon der antike Grieche wusste, dass ein gutes Getränk die Qualität und die Verdaulichkeit eines guten Essens wie gegrilltem Tintenfisch, Oliven, und gerösteten Kartoffeln deutlich anheben kann. Oft wird bei griechischen Freunden ein Ouzo nach jedem Gang serviert. Doch Ouzo spaltet die Gemüter: entweder man liebt den Ouzo mit seiner deutlichen Anisnote, oder man mag ihn überhaupt nicht. Dazwischen gibt es einfach nichts.

Türkei: Raki

Zutaten: Destillierte Traubenreste von türkischen Reben, aromatisiert mit Anis (sowie weiteren Kräutern).

Warum Sie ihn haben müssen: Raki ist das türkische Gegenstück zum griechischen Ouzo. Und die Türken können bei 60 Millionen Liter Verbrauch pro Jahr nicht irren. Die Türken trinken ihren Raki gerne mit Wasser verdünnt und nennen ihr Nationalgetränk deshalb Löwenmilch. Das kommt vom so genannten Louche-Effekt: die kristallklare Flüssigkeit wird undurchsichtig und färbt sich weiss, wenn Wasser oder Eis zugegeben wird.

Israel und Libanon: Arak

Zutaten: Doppelt fermentierter Traubensaft, auch Datteln und Pflaumen werden zur Zubereitung hin und wieder verwendet.

Warum Sie ihn haben müssen: Dieses grossartige, festliche Getränk wartet mit mindestens 40 Volumenprozent Alkohol auf. Und irgendwie sollte doch jeder Traubensaft mindestens 40 Volumenprozent Alkohol haben, finden Sie nicht auch?

KARIBIK

Jamaica: Rum

Zutaten: Fermentierte und hochprozentig destillierte Spirituose aus Zuckerrohr und ihren Beiprodukten wie Melasse.

Warum Sie ihn haben müssen: Rum ist das Gegenstück zum Zuckerschock bei übermässigem Genuss eines gewissen braunen Softdrinks. Ebendieser Softdrink sollte allerdings einem wirklich guten Rum fernbleiben (Blasphemie!). Sowohl pur als auch -mit frischer Minze zubereitet- als Mojito unschlagbar. Der soll als Begleit- und Inspirationsgetränk bestens geeignet sein, falls Sie Romane oder Ihr Tagebuch zu schreiben beabsichtigen. Meinte einst Ernest Hemingway. Er hatte wohl Recht.

Bermudas: Rum Swizzle

Zutaten: Dunkler kubanischer Rum, heller kubanischer Rum, Zitrone, Ananas, Orangensaft, Falernum (süsser Sirup ähnlich Orgeat).

Warum Sie ihn haben müssen: Die ersten Rum Swizzles wurden schon im 18. Jahrhundert verkauft, bekannt wurde der Rum Swizzles aber besonders durch das “The Swizzle Inn”, die Lieblingsbar des Schauspielers Michael Douglas, die 1932 ihren ersten Swizzle verkaufte. Der Rum Swizzle gilt seither als der Nationaldrink der Bermudas.

Kuba: Mojito

Zutaten: Heller kubanischer Rum, frische Minze, Limette, Sodawasser.

Warum Sie ihn haben müssen: Der alte Mann und das Meer. Inspiration. Ernest Hemingway (siehe oben).

Nächste Folge: Skandinavien und Afrika

Wir laden Sie, liebe Leser, ausdrücklich zum Mitmachen ein. Schreiben Sie uns, welche Cocktails, welche Drinks, welche Shots wir unbedingt noch erwähnen sollten.

Eine alkoholische Rundreise Teil 2 – Osteuropa und Asien

07/2014

Und es geht weiter mit Teil 2 unserer vierteiligen Miniserie “Die besten Drinks aus 43 Ländern”. Heute sind Osteuropa und Asien dran:

OSTEUROPA

Tschechien: Absinth

Zutaten: Destillierte Kräuter (Anis, Fenchel, Wermut und je nach Zusammenstellung weitere Kräuter)

Warum Sie ihn haben müssen: Absinth ist in der geografischen Region der heutigen tschechischen Republik seit Ende des 18. Jahrhunderts bekannt und beliebt. Er war das In-Getränk der damaligen Künstler- und kreativen Szene. Zur Beliebtheit des Absinth hat wohl auch der Mythos beigetragen, dieser würde bewusstseinserweiternde Substanzen in sich tragen. Die bisweilen bizarr anmutende Zubereitungsart trägt ihr Übriges zum Mythos des Absinth bei: benötigt werden ein besonderer (gelochter oder geschlitzter) Absinthlöffel, ein Stück Würfelzucker und eine “Absinthfontäne”. Absinth war (wegen der ihm zugeschriebenen Wirkung) in Europa lange verboten. Erst 1998 setzte ein erneuter zaghafter Handel ein. In der Schweiz sind Herstellung und Verkauf von Absinth erst seit 2005 wieder erlaubt.

Serbien: Sliwowitz

Zutaten: Obstbrand aus Pflaumen.

Warum Sie ihn haben müssen: Der Sliwowitz gilt in Serbien als Nationalgetränk. Ihn trinkt vom Erwachsenenalter an wirklich jeder, bis hin ins hohe Alter. Prognose: in ungefähr zwei Jahren wird die Hipster-Szene über die letzten Vorräte herfallen, die Preise werden ins Unermessliche steigen. Daher: seien Sie selbst Trendsetter – besorgen Sie sich Ihren Sliwowitz noch heute!

Mazedonien: Mastika

Zutaten: Aniszubereitung, ähnlich dem griechischen Ouzo und dem türkischen Raki, jedoch unter Zugabe von Mastix, einem Harz der Pistazienbäume.

Warum Sie ihn haben müssen: Wenngleich Mastika auch in Griechenland, Bulgarien und Rumänien getrunken wird, beanspruchen doch die Mazedonier den Anisschnaps als ihr Nationalgetränk. Mastika wird fast immer mit Eiswasser verdünnt getrunken.

Russland: Wodka

Zutaten: Getreide oder (meist) Kartoffeln.

Warum Sie ihn haben müssen: Das “Wässerchen” ist der Geist der russischen Seele. Wodka wird zu jeder, aber auch wirklich jeder Gelegenheit getrunken. Der Onkel kommt zu Besuch? Nasdarowje! Grossmutter feiert ihren 90. Geburtstag? Nasdarowje! Die Ehefrau kommt vom Einkaufen zurück, ob sie “nur Zigaretten holen” wollte? Nasdarowje! Und der Wodka machte auch in der Politik mit: immerhin gibt es die Wodkamarken “Aleksandar Puschkin”, “Gorbatschow” und last but not least “Boris Jelzin”. Nasdarowje!

Ungarn: Unicum

Zutaten: Geheimrezept (Extrakt aus 40 Kräutern und Wurzeln).

Warum Sie ihn haben müssen: Der Legende nach erhielt der Erzherzog von Österreich und König von Ungarn Joseph II., als er sich mal den Magen verstimmt hat, von seinem Leibarzt Dr. Zwack besagtes Gebräu. Der Extrakt aus über 40 verschiedenen Kräutern und Wurzeln schien dem Herrscher zu munden, denn er quittierte dessen Genuss mit “Das ist ein Unicum!” Zur Zeit des Kommunismus sollte die Familie Zwack das Geheimrezept dem ungarischen Staat preisgeben. Sie verriet den Kommunisten aber nur eine abgeänderte, wohl nicht so leckere Version. Seit dem Zusammenbruch des Kommunismus 1989 ist der Unicum wieder unter Originalrezeptur erhältlich.

 

ASIEN

Korea: Soju

Zutaten: Branntwein aus Reis. Meist im Mix mit Kartoffeln, Weizen oder Gerste.

Warum Sie ihn haben müssen: Soju bedeutet wörtlich übersetzt einfach “gebrannter Schnaps” und wird gewöhnlich pur getrunken. Restaurants ohne Schankerlaubnis für hochprozentige Spirituosen benutzen Soju weltweit gerne als Ersatz für Wodka in der Cocktailzubereitung. Die weltweit (mit mehr als 3 Milliarden Flaschen pro Jahr) meistverkaufte Marke eines alkoholischen Getränks überhaupt heisst Jinro. Im Jahre 1965 musste sogar die Produktion von destilliertem Soju staatlicherseits verboten werden, weil der Reis knapp wurde. Seither ist man auf andere Produktionsmethoden umgestiegen.

 China: Maotai

Zutaten: Sorghum (ein Süssgras), Weizen.

Warum Sie ihn haben müssen: Maotai ist seit Jahrhunderten, genauer seit ca. dem Jahre 1616, als die Qing-Dynastie die Ming-Dynastie ablöste, im Reich der Mitte äusserst beliebt. Zum Staatsgetränk wurde Maotai spätestens dann erhoben, als der ehemalige amerikanische Präsident Richard Nixon bei seinem Staatsbesuch 1972 von Staatspräsident Mao mit einem Kelch Maotai begrüsst wurde. Ob dies zur Entspannung des amerikanisch-chinesischen Verhältnisses und der Verbesserung der diplomatischen Beziehungen beigetragen hat, ist nicht überliefert, ebensowenig, ob Nixon zum Ausgleich einen Bourbon im Handgepäck dabei hatte. Realität ist aber, dass die Chinesen ihren Maotai auch scherzhaft als “Weisser Blitz” bezeichnen, was auch immer damit gemeint ist…

Japan: Sake

Zutaten: Fermentiertes Reisgetränk. Es handelt sich nicht um einen Wein (“Reiswein”). Sake wird vielmehr wie ein Bier “gebraut”.

Warum Sie ihn haben müssen: Heiss oder kalt genossen, ist Sake der ideale Begleiter zu jedem japanischen Gericht, sei es Sushi, Misosuppe oder gebratenes Schweinefleisch. Sake wärmt auf angenehme Weise von innen heraus, und bietet Ihnen eine perfekte Entschuldigung, falls Sie irgendwann beginnen, Fremde mit japanischen Kampfschreien zu beflegeln.

Thailand: Mekhong

Zutaten: Reis, Zuckerrohr, Melasse, vermengt mit einer geheimen Mischung aus Kräutern. Ziemlich hochprozentiges Zeug, das die Thailänder als Whisky bezeichnen, in Wirklichkeit aber eher wie Rum hergestellt wird (siehe Zutaten).

Warum Sie ihn haben müssen: Schmeckt wie eine exotische und leckere Mischung aus Rum und Whisky mit einem Schuss Sake. Sobald Sie Mekhong mal probiert haben, verspüren Sie Lust, mit Kim Catrell von “Sex and the City” auf die Piste zu gehen.

Philippinen: Lambanog

Zutaten: Fermentierter Zellsaft aus der Blüte der Kokosnuss

Warum Sie ihn haben müssen: Das weinartige, dennoch hochprozentige (meist 80 bis 90 Prozent Volumenalkohol) Getränk sorgt bei unsachgemässer Anwendung schon nach kurzer Zeit dafür, dass Grossvater beginnt, nicht zitierfähige Witze zu erzählen.

 

Nächste Folge: Mittelmeer-Anrainer und Karibik

Wir laden Sie, liebe Leser, ausdrücklich zum Mitmachen ein. Schreiben Sie uns, welche Cocktails, welche Drinks, welche Shots wir unbedingt noch erwähnen sollten.

Eine alkoholische Rundreise Teil 1

07/2014

Dass wir Schweizer ein reiselustiges Völkchen sind, ist bekannt. Dass wir (nach den Japanern) die zweitbeliebtesten Touristen der Welt sind, vielleicht weniger.
Lesen Sie in unserer vierteiligen Miniserie “Die besten Drinks aus 43 Ländern”, womit Sie auf Reisen, wo immer Sie auch gerade sein mögen, am besten anstossen. Natürlich eignet sich unsere Serie auch für all diejenigen, die in diesem Jahr zuhause geblieben sind.
Wir haben versucht, eine möglichst grosse Bandbreite abzudecken, basierend auf den vorherrschenden Trinkgewohnheiten der Einwohner des jeweiligen Landes. Erstaunlicherweise stellte sich bei den Recherchen heraus, dass viele Länder, gerade in südlichen Gefilden, Drinks mit einer Anis-Basis bevorzugen.

WESTEUROPA

Irland: Guinness
Besteht aus: Irischem, obergärigen Stout-Bier mit tiefschwarz wirkender (eigentlich sehr dunkelroter) Färbung und einer ausgeprägten, cremefarbenen Schaumkrone.
Warum Sie es haben müssen: Guinness ist mit einem Jahresumsatz von über 1,8 Mrd. SFr. das mit Abstand meistverkaufte alkoholische Getränk auf der grünen Insel. Namensgeber Arthur Guinness hatte eine ziemlich schlaue Idee, als er im Jahre 1759 einen Pachtvertrag für eine stillgelegte Brauerei in Dublin für die nächsten 9.000 (in Worten: neuntausend!) Jahre abschloss. Das Beste aber war und ist der Betrag der Jahrespacht: 45 Englische Pfund.

Spanien: Sangria
Zutaten: Kleingeschnittene Südfrüchte, schwerer Rotwein (Gran Reserva, Reserva, Rioja), spanischer Brandy
Warum Sie sie haben müssen: Die rote Farbe macht den Namen der Sangria: “sangre” = “Blut”. Somit bedeutet Sangria eben “Aderlass”.

Niederlande: Genever
Zutaten: Branntwein mit Wacholder-Geschmack. Hergestellt aus fermentiertem Gerstenmalz, der so genannten Maische. Um den bitteren Geschmack zu kaschieren, werden dem Destillat Wacholder-Beeren beigegeben.
Warum Sie ihn haben müssen: Ähnlich wie beim französischen Champagner und dem mexikanischen Tequila darf sich nur Genever, der aus bestimmten Regionen der Niederlande bzw. Belgiens kommt, Genever nennen. Die niederländische Destille “Ketel One” (für Kessel eins) war die erste, die Genever hergestellt hat, wenngleich sie heute für ihren Wodka viel berühmter ist. Genever soll sehr geeignet sein für jede Art von Junggesellenabschied, egal ob männlich oder weiblich.

Deutschland: Bier jeder Art, gebraut nach dem Deutschen Reinheitsgebot von 1516.
Zutaten: Hopfen, Malz, Hefe und Wasser. Mehr darf seit 1516 in deutschem Bier nicht drin sein – “bey vermeydung von strafe an laib und gut”.
Warum Sie es haben müssen: Weil das drin ist, was draufsteht. Hopfen und Malz – Gott erhalt’s.

England: Pimm’s No.1 Cup
Zutaten: Likör auf der Basis von Gin, verfeinert mit Früchten sowie Aromen aus Gewürzen, meist gemischt mit vorzugsweise herber englischer Limonade, auch Minze, Zitrone, Apfel, Orange oder sogar Gemüse kann enthalten sein. Wird meistens als Cocktail serviert.
Warum Sie es haben müssen: der Londoner Barbesitzer James Pimm erdachte sich seinen Digestif um das Jahr 1840 herum. Weil das Gebräu der Kundschaft offenbar mundete, füllte er es ab und verkaufte es an andere Bars. Später, im Jahre 1865, verkaufte Pimm nicht nur die Bar, sondern auch die Rechte an seinem Getränk an Frederick “Nenn mich nicht Tom” Sawyer. Pimm’s No.1 Cup ist seit 1971 eng mit Wimbledon verbunden, wo jedes Jahr während des Tennisturniers ca. 40.000 Liter des typisch englischen Cocktails verkauft werden. Schmeckt ja auch lecker.

Portugal: Portwein
Zutaten: Ausgebauter, d.h. in Eichenfässern gelagerter roter oder weisser Süsswein mit nochmaliger anschliessender Flaschenlagerung.
Warum Sie ihn haben müssen: Weil er ein gutes Essen fantastisch abrundet. Vorsicht: Portwein ist süsser als normaler (Rot-)Wein und haut bei gleicher Menge wesentlich mehr rein. Passt hervorragend zu jedem guten Essen als Dessertwein.

Österreich: Schnaps
Zutaten: Obstbrände jeder Art
Warum Sie ihn haben müssen: Weil wir mit Schnaps nicht dieses merkwürdige Pfefferminz-Zeugs meinen, das Sie in Ihrer Jugend getrunken haben, als Sie den herben Geschmack von Bier noch nicht mochten. Seit ca. dem Jahre 1700 wird bei unseren Nachbarn feinster Schnaps destilliert, aus Obstfrüchten, Waldbeeren, ja sogar aus Tannenzapfen. Wärmt schön nach einer Bergwanderung!

Italien: Grappa
Zutaten: Tresterbrand aus der Traube
Warum Sie sie haben müssen: Wie kein anderer verstehen es die Italiener, selbst aus den Pressrückständen noch eine der leckersten Spirituosen zu zaubern: ihren Grappa. Perfekt als Verdauungsschnaps nach einer guten Portion Pasta. Die Grappa ist erstaunlich vielseitig und lässt sich sogar mit Espresso mischen. Dann heisst der kleine Schwarze “Caffè corretto.”

Schottland: Scotch
Zutaten: Im Eichenholzfass gelagerte und gereifte Getreidemaische, in Schottland fast ausschliesslich aus gemälzter Gerste hergestellt.
Warum Sie ihn haben müssen: Whisky ist ein Stück Lebensmut. Das schlägt sich schon im Namen wieder: Whisky hat seinen Ursprung im Gälischen und bedeutet “Lebenswasser”. Wenn Sie einen Whisky geniessen, ist das so etwas wie die Erfüllung eines kleinen Traumes. Passt bestens zu einer guten Zigarre.

Frankreich: Champagner
Zutaten: Zweimal vergorener Schaumwein aus der Champagne, der Gegend um die nordfranzösische Stadt Reims, Hefe.
Warum Sie ihn haben müssen: Champagner gilt als das Festlichste und (zusammen mit dem Danziger Goldwasser) als das Edelste aller Getränke. Die Traubenlese erfolgt ausschliesslich von Hand und ist entsprechend aufwendig. Was für Schiffs- und Flugzeugtaufen verwendet wird, kann für Ihren privaten Gaumen nicht schlecht sein…

NORDAMERIKA

Vereinigte Staaten von Amerika: Bourbon Whiskey (ja, in den USA mit “e” geschrieben!)
Zutaten: Fermentiertes, gelagertes Korn mit mindestens 51% Maisanteil, Quellwasser
Warum Sie ihn haben müssen: Müssen wir Ihnen das wirklich erklären? Na gut: Vielleicht weil er ein echter Amerikaner ist, wenngleich es unterschiedliche Ansichten darüber gibt, ob der Bourbon originär nun aus Kentucky oder aus New Orleans stammt. Der Bourbon hat zu seinen Ehren nicht nur einen eigenen Feiertag, sondern er wird einen ganzen Monat lang gefeiert: der September ist der “National Bourbon Heritage Month.” Vielleicht ist er’s auch allein deshalb wert, weil die Amis ihren Bourbon auf so vielfältige Weise geniessen, traditionell “on the rocks” (also auf kühlenden Steinen, Eis zum Kühlen wäre schon fast Blasphemie), mit ein paar Tropfen Quellwasser oder sogar als Grog – nennt sich “Hot Toddy”. Egal wie, der Bourbon ist das Urgetränk der US-Amerikaner.

Kanada: Caesar
Zutaten: Wodka, Clamato, Pfeffersauce, Selleriesalz, Worcestersauce, Limette, schwarzer Pfeffer, Sellerie
Warum Sie ihn haben müssen: Weil Walter Chell, Einwohner von Calgary und Restaurantbesitzer ihn zu einer italienischen Restauranteröffnung entwickelt hat, und weil er ihn an Spaghetti alle Vongole erinnert. Ausserdem gibt es die tomatensaftähnliche Zutat Clamato, den Tomatensaft mit Gewürzen und Muschelaroma, original nur in Kanada. Eignet sich hervorragend als Katergetränk am nächsten Morgen.

Brasilianischer Alltag

06/2014

Seit über zehn Jahren lebe ich, Roberto, jetzt in der Schweiz. Mir gefällt es hier, und hier lebt es sich ja schon sehr sicher. Das war bei mir nicht immer so.

Aktuell denke ich auch wegen der Fussball-WM oft an meine Heimat Brasilien. Ein paar Tage nach meinem achtzehnten Geburtstag sass ich in einem Bus in meiner Heimatstadt Niteròi auf dem Weg zu einem Gig, denn ich spielte damals in einer Band. Ich trug meinen Talisman in Form von einer Sonne an einer goldfarbenen Kette um den Hals.

Nach zwei Haltestellen stieg ein Typ mit Hawaii-Hemd in den nur spärlich besetzten Bus ein. Scheinbar ein Fremder, vielleicht ein Tourist, jedenfalls ziemlich unpassend gekleidet für unsere Gegend. Er setzte sich direkt neben mich – obwohl der Bus nicht sonderlich gefüllt war. Er versuchte in akzentfreiem brasilianischen Portugiesisch, mich in ein Gespräch zu verwickeln. Irgendwie kam mir die Sache nicht ganz geheuer vor, und ich wollte den Bus an der nächsten Haltestelle verlassen. Als ich aussteigen wollte, hat mich der Typ mit seinem Bein daran gehindert, aufzustehen. Er öffnete sein Hemd und zeigte auf eine Pistole, die er im Hosenbund trug. Dann forderte er mich auf, meine Goldkette abzulegen und ihm dieselbe gaaaaanz langsam zu überreichen. Da ich kein Risiko eingehen wollte und wusste, dass der Talisman funktionieren würde, tat ich wie mir befohlen und legte zitternd die Kette ab und reichte sie ihm. Mein Nachbar nahm die Kette in Empfang und steckte sie in die Tasche seines Hemdes. Ein gefühlte Ewigkeit später zog er die Kette wieder aus seiner Hemdtasche, hielt sie in der Hand und fragte, ob es sich bei seiner Beute denn eigentlich um echtes Gold handeln würde. Wahrheitsgemäss antwortete ich, dass es dabei um ein billiges Schmuckstück handelte, und dass ich mir eine echte Goldkette gar nicht hätte leisten können.

Ob dieser Offenheit war der Räuber wohl etwas konsterniert, gab mir meinen Talisman zurück, kommentierte, ich sollte mir das Goldstück doch besser in die Tasche stecken, anstatt es offen zu tragen. Das würde die Gefahr, ausgeraubt zu werden, deutlich mindern. Dann schliesslich stieg er an der nächsten Haltestelle aus. Beim Aussteigen winkte er mir noch freundlich zu.

Ob die Waffe des Räuber tatsächlich funktioniert hätte, oder er nur mit seinem Zeigefinger simulierte, weiss ich nicht.

Mein Talisman hat jedenfalls funktioniert.

WM 2014: Nati mit Last-Minute-Sieg über Ecuador

06/2014

Die Zuschauer im “Grüezi”-Biergarten in Berlin lagen goldrichtig mit ihren Spiel-Ergebnis-Tipps. Das heisst, fast richtig. Denn eigentlich hat die Schweiz ja gar nicht 2:1, sondern 3:1 gegen Ecuador gewonnen. Doch mit den Schiedsrichterentscheidungen ist das bei der WM 2014 schon seit dem Eröffnungsspiel ja so ein Thema. Die Ecuadorianer gingen gegen die Eidgenossen in der 22. Minute durch Valencia in Führung, in der 48. Minute köpft der gerade eingewechselte Mehmedi nach einem Eckball von Rodriguez zum Ausgleich. In der 70. Minute toller Kopfball von Drmic und erneut Tor für die Schweiz. Nein, doch nicht. Drmic soll im Abseits gestanden haben. Sagt der Unparteiische. Abseits ist und bleibt nun mal, wenn der Schiedsrichter pfeift. Tatsachenentscheidung nennt man das. Da hilft die neue Torlinien-Erkennungstechnik ebenso wenig wie der “Rasierschaum” zur Markierung des einzuhaltenden 9,15m-Abstandes bei Freistössen, den der Referee den zu nah am Ball stehenden Spielern schon mal gerne über die Stutzen sprüht. Hansi Seferovic schliesslich beschert nach Vorlage von Rodriguez der Nati in der letzten Sekunde der Verlängerung (!) den 2:1-Sieg. Eindeutiges Tor. Auch ohne Torerkennungstechnik und ohne Rasierschaum.