Brasilianischer Alltag

06/2014

Seit über zehn Jahren lebe ich, Roberto, jetzt in der Schweiz. Mir gefällt es hier, und hier lebt es sich ja schon sehr sicher. Das war bei mir nicht immer so.

Aktuell denke ich auch wegen der Fussball-WM oft an meine Heimat Brasilien. Ein paar Tage nach meinem achtzehnten Geburtstag sass ich in einem Bus in meiner Heimatstadt Niteròi auf dem Weg zu einem Gig, denn ich spielte damals in einer Band. Ich trug meinen Talisman in Form von einer Sonne an einer goldfarbenen Kette um den Hals.

Nach zwei Haltestellen stieg ein Typ mit Hawaii-Hemd in den nur spärlich besetzten Bus ein. Scheinbar ein Fremder, vielleicht ein Tourist, jedenfalls ziemlich unpassend gekleidet für unsere Gegend. Er setzte sich direkt neben mich – obwohl der Bus nicht sonderlich gefüllt war. Er versuchte in akzentfreiem brasilianischen Portugiesisch, mich in ein Gespräch zu verwickeln. Irgendwie kam mir die Sache nicht ganz geheuer vor, und ich wollte den Bus an der nächsten Haltestelle verlassen. Als ich aussteigen wollte, hat mich der Typ mit seinem Bein daran gehindert, aufzustehen. Er öffnete sein Hemd und zeigte auf eine Pistole, die er im Hosenbund trug. Dann forderte er mich auf, meine Goldkette abzulegen und ihm dieselbe gaaaaanz langsam zu überreichen. Da ich kein Risiko eingehen wollte und wusste, dass der Talisman funktionieren würde, tat ich wie mir befohlen und legte zitternd die Kette ab und reichte sie ihm. Mein Nachbar nahm die Kette in Empfang und steckte sie in die Tasche seines Hemdes. Ein gefühlte Ewigkeit später zog er die Kette wieder aus seiner Hemdtasche, hielt sie in der Hand und fragte, ob es sich bei seiner Beute denn eigentlich um echtes Gold handeln würde. Wahrheitsgemäss antwortete ich, dass es dabei um ein billiges Schmuckstück handelte, und dass ich mir eine echte Goldkette gar nicht hätte leisten können.

Ob dieser Offenheit war der Räuber wohl etwas konsterniert, gab mir meinen Talisman zurück, kommentierte, ich sollte mir das Goldstück doch besser in die Tasche stecken, anstatt es offen zu tragen. Das würde die Gefahr, ausgeraubt zu werden, deutlich mindern. Dann schliesslich stieg er an der nächsten Haltestelle aus. Beim Aussteigen winkte er mir noch freundlich zu.

Ob die Waffe des Räuber tatsächlich funktioniert hätte, oder er nur mit seinem Zeigefinger simulierte, weiss ich nicht.

Mein Talisman hat jedenfalls funktioniert.

WM 2014: Nati mit Last-Minute-Sieg über Ecuador

06/2014

Die Zuschauer im “Grüezi”-Biergarten in Berlin lagen goldrichtig mit ihren Spiel-Ergebnis-Tipps. Das heisst, fast richtig. Denn eigentlich hat die Schweiz ja gar nicht 2:1, sondern 3:1 gegen Ecuador gewonnen. Doch mit den Schiedsrichterentscheidungen ist das bei der WM 2014 schon seit dem Eröffnungsspiel ja so ein Thema. Die Ecuadorianer gingen gegen die Eidgenossen in der 22. Minute durch Valencia in Führung, in der 48. Minute köpft der gerade eingewechselte Mehmedi nach einem Eckball von Rodriguez zum Ausgleich. In der 70. Minute toller Kopfball von Drmic und erneut Tor für die Schweiz. Nein, doch nicht. Drmic soll im Abseits gestanden haben. Sagt der Unparteiische. Abseits ist und bleibt nun mal, wenn der Schiedsrichter pfeift. Tatsachenentscheidung nennt man das. Da hilft die neue Torlinien-Erkennungstechnik ebenso wenig wie der “Rasierschaum” zur Markierung des einzuhaltenden 9,15m-Abstandes bei Freistössen, den der Referee den zu nah am Ball stehenden Spielern schon mal gerne über die Stutzen sprüht. Hansi Seferovic schliesslich beschert nach Vorlage von Rodriguez der Nati in der letzten Sekunde der Verlängerung (!) den 2:1-Sieg. Eindeutiges Tor. Auch ohne Torerkennungstechnik und ohne Rasierschaum.

18 Dinge über die WM, die Sie garantiert noch nicht wussten.

06/2014

Es ist mal wieder so weit. Alle vier Jahre das Gleiche. Jedenfalls fast. Und dabei wird es nie langweilig. 22 erwachsene Männer, die 90 Minuten lang versuchen, einen Ball in einen eckigen Kasten zu befördern. Wenn ihnen das gelingt, flippen die Massen aus. Das gibt es eben nur in der populärsten Sportart der Welt – dem Fussball. Seit Donnerstag rockt die Fussball-Weltmeisterschaft also die Welt. Bis zum 13. Juli wird uns das Turnier Geschichte und Geschichten in sämtlichen denkbaren Facetten bescheren. Selbstgemachte YouTube-Clips von aufspringenden Couch-Potatoes, die ein Tor feiern (erste Clips wurden bereits gesichtet), Schlachtgesänge von den Tribünen, Schiedsrichterdiskussionen über berechtigte oder unberechtigte Elfmeter. Last but not least werden wir vielleicht endlich die Begriffe “doppelter Sechser” und “falscher Neuner” verstehen lernen. Aus aktuellem Anlass haben wir einige spannende Fakten zusammengetragen, die Sie garantiert noch nicht wussten. Falls doch, dürfen Sie sich wahlweise “wahrer Experte” oder “Fussball-Titan” nennen. Den ganzen Beitrag lesen »

Urlaub mit Lern- und Überraschungseffekt

06/2014

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Foto: kigrips.de

Kürzlich habe ich einen guten alten Freund in Berlin besucht – die metropolitane Weltstadt noch ohne funktionierenden Flughafen, dafür mit der berühmten Berliner Schnauze – und ausserdem meine Heimatstadt. Leider ist manch Berliner Bewohner wohl auch ein wenig kriminell: Im Flur des Wohnhauses meines Freundes – er wohnt zur Miete in einem Szenebezirk – hing eine Benachrichtigung des Polizeipräsidenten der Stadt: “Achtung Einbrecher! Achten Sie auf Fremde in Ihrem Haus” usw., und dies nicht nur in Deutsch, sondern auch in den weiteren gängigen Berliner Sprachen. Ich freute mich auf die Tage in der preussischen Metropole, und dachte mir: Irgendwie gut, dass ich in Zürich wohne, da kann mir so etwas nie passieren. Berlin war definitiv mal wieder eine Reise wert, wir hatten viel Spass und haben viel Szeniges und Kultiges erlebt.

Tatsächlich haute mich dann aber um, was mir mein Nachbar nach meiner Rückkehr berichtete: Bei ihm wurde eingebrochen. Auch er und seine Familie nutzten das schöne Wetter, sie waren ein paar Tage unterwegs zum Wandern. Zum Glück hält sich der materielle Schaden bei ihm in Grenzen: die Einbrecher sind nach den bisherigen Erkenntnissen wohl auf der Rückseite des Hauses durch ein Fenster eingestiegen und haben gezielt nach seiner Fotoausrüstung gesucht – er arbeitet als freier Fotograf für ein Magazin und ist zum Glück gut versichert. Glück im Unglück: das Chaos bei ihm im Haus hält sich in Grenzen – es ist eben mehr der psychologische Aspekt und dieses ungute Gefühl, dass jemand unbefugt in der familiären Wohnung war.

Vielleicht wurde es nun für mich Zeit, doch mal über aktiven Einbruchschutz nachzudenken. Ich bat meinen Berliner Kumpel nach Rückkunft nach Hause, für diesen Blogbeitrag doch bitte den Polizei-Hinweis zu fotografieren und mir zuzuschicken. Bei der Suche nach aktiv einbruchsverhindernden Mitteln habe ich ein wenig im Internet gestöbert und entdeckte FakeTV. Das ist so ein kleiner Kasten mit Leuchtdioden, der in realistischer und stromsparender Weise einen laufenden Fernseher simuliert. Dieser schaltet sich, wenn es dunkel wird, von selbst ein und geht nach einer voreingestellten Zeit (vier oder sieben Stunden) wieder aus. Realistisches Fernsehverhalten also. Und bekanntlich wird in bewohnte Häuser ja nur sehr selten eingebrochen.

Ob FakeTV mich und mein Haus jemals davor verschonen wird, Opfer eines Einbruchdiebstahls zu werden, werde ich naturgemäss mangels Ortanwesenheit wohl nicht sagen können. Schaden wird mir der FakeTV zumindest nicht.

Ich hab zwei bestellt. Einen für mich. Und einen für unseren Nachbarn.

TwistBook

08/2013

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Obwohl man unzählige Bücher in digitaler Form auf nur einem kleinen Gerät speichern kann, vermissen Buch-Fans vor allem das haptische Gefühl und den Geruch von frisch bedrucktem Papier. Das Konzept TwistBooks von Designer Fabrice Dubuy soll das E-Book nun etwas näher an seinen gedruckten Konkurrenten heranbringen.

Der Clou des TwistBook: es besitzt zwei Bildschirme statt nur einen, wie sonst üblich. Beide Bildschirme befinden sich in einer Hülle, die an die Bindung herkömmlicher Bücher erinnern soll. So kann die Illusion eines aufgeschlagenen Buches mit zwei Seiten vermittelt werden. Zusammengeklappt sieht das TwistBook, dessen Einband selbst gestaltet werden kann, wie ein gebundenes Buch aus. Den ganzen Beitrag lesen »

Satis Smart Toilet

08/2013

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Gibt es eigentlich in unserem Alltagsleben irgendeinen Ort, der noch nicht von der Digitalisierung durchdrungen ist? Selbst der stille Ort, der Lokus, ist längst digitalisiert. Das stille Örtchen mit dem Namen Satis der Firma Lixil lässt sich via Bluetooth über eine Android-App steuern. Den ganzen Beitrag lesen »

Moving Colour Fliesen

08/2013

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Moving Colour heissen die 10 mal 10 Zentimeter grossen Fliesen, die je nach Temperatur ihre Farbe ändern. Die Fliesen aus Glas reagieren auf Wärme und sind für eine spezifische Zimmertemperatur geschaffen.

Dabei handelt es sich ganz einfach gesagt um Fliesen, die ein Gespür für die Wassertemperatur haben und sich je nach Temperatur verfärben. Den ganzen Beitrag lesen »

Tischdecke zum Bemalen

08/2013

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Kleinkinder, Stifte und weisse Wände sind meistens keine gute Kombination. Diese Tischdecke ist die Lösung: Sie lässt sich nach Herzenslust bekritzeln und danach wieder waschen.

Die Kinder malen auf ihrer tollen Tischdecke, so schön und heftig, wie sie wollen. Die so erschaffenen Kunstwerke lassen sich wieder beseitigen, indem die Tischdecke ganz einfach in die Waschmaschine gesteckt wird. Und wenn die Tischdecke wieder sauber ist, kann es erneut losgehen mit der Kreativität. Den ganzen Beitrag lesen »

Winbot 7 Fensterreinigungsroboter

08/2013

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Zum Fensterputzen benötigen Sie einen Abzieher, Reinigungsmittel, einen Eimer, einen Lappen usw. Und nur zu gut wissen Sie, wie mühselig diese Arbeit ist! Mit diesem Fensterreinigungsroboter gehört all dies der Vergangenheit an. Ob gross oder klein, schwer zugänglich oder ein einfaches Küchenfenster, der Winbot 7 putzt alle Fenster ohne Ausnahmen, Flecken und Streifen. Er wird einfach mithilfe eines Saugsystems auf das zu putzende Glas gesetzt und schon putzt er von alleine das ganze Fenster ohne eine Stelle auszulassen oder Streifen zu hinterlassen. Den ganzen Beitrag lesen »

vRS Mega Man Kinderwagen

08/2013

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Wenn Frauen einen Kinderwagen aussuchen, achten sie wahrscheinlich vor allem auf die Sicherheit und die Farbe des Gefährts. Bei Männern muss das ganz anders aussehen. Der vRS Mega Man ist nach einer Umfrage unter 1000 Vätern entstanden. Diese Umfrage hatte ergeben, dass sie ihre Babys viel öfter durch die Gegend kutschieren würden, wenn sie einen richtig cool gestylten Kinderwagen hätten. Den ganzen Beitrag lesen »